Vorwort

an all die schöpferischen Kräfte, welche die Wahrheit mehr als sich selbst zu lieben vermögen...

Vorallem, dass im Wohlwollen, aber grundsätzlich alles Geschaffene, kann lediglich soweit Nutzen spenden, wie es zur Wehrhaftigkeit in Form von verhältnismässiger Schutz & Trutzwehr fähig ist (Proof me Wrong)...

Wieviel Fortschritt ging wohl bisher bereits unnötigerweise verloren, weil es an diesem Bewusstsein zur Notwendigkeit der psychischen & physischen Wehrhaftigkeit ermangelte? 

„Vim vi repellere licet“

 

Wie der König regieren will

Ein Lied von David.

Von Gnade und Recht will ich singen;

dich, Herr, will ich mit meinem Lied preisen.

Ich möchte aufrichtig und weise regieren –

komm und hilf mir doch dabei!

An meinem Hof soll nur geschehen, was ich vor dir verantworten kann.

Auf gottlose Vorhaben lasse ich mich niemals ein.

Ich hasse es, wenn Menschen deine Gebote missachten.

Mir selbst soll das niemand nachsagen können!

Ich dulde bei mir keinen Heuchler,

mit Bösem will ich nichts zu tun haben.

Wer seinen Mitmenschen heimlich verleumdet,

den will ich zum Schweigen bringen.

Aus meiner Nähe verbanne ich alle,

die hochmütig auf andere herabsehen.

Wer aber glaubwürdig und zuverlässig ist,

nach dem halte ich Ausschau.

Solche Leute hole ich mir an den Hof,

Menschen mit einem guten Ruf nehme ich in meinen Dienst.

Betrüger und Lügner aber haben nichts in meinem Palast zu suchen –

sie sollen mir nicht unter die Augen kommen!

Jeden Morgen halte ich Gericht

über die Verbrecher im Land.

Denn für Leute, die Unheil stiften,

ist kein Platz in der Stadt des Herrn.

Ich mache ihrem Treiben ein Ende! 

Der Uhrmacher zwischen Geist, Zeit & Materie...

 

Es beginnt oft im Kleinen –

in stillen Werkstätten, fernab des Lärms, wo mechanische Präzision und menschliche Hingabe noch etwas bedeuten.

Dort lernte ich mein Handwerk.

Nicht aus Ehrgeiz, sondern aus aufrichtigem Interesse an der Wahrheit, der Ursache der Fehlfunktion & seiner Behebung, die sich gern im Detail verbirgt.

In den Jahren bei IWC Schaffhausen, inmitten der Manufakturkaliberproduktion, zeigte sich die Essenz industrieller Perfektion – ein Kosmos aus Ordnung, Verantwortung und unermüdlichem Streben nach Genauigkeit. Doch Präzision allein reicht nicht, wenn man Tiefe sucht.

Die Wege führten weiter durch kleine, charakterstarke Betriebe, durch feinste Bijouterien, bis hin zu einem Training auf den Meisterwerken von Blancpain.

Jeder Abschnitt lehrte anderes: Geduld, Demut, Scharfsinn, die eigenen Schwächen & wie diese in Stärken gewandelt werden können – Zudem die Einsicht, dass wahre Meisterschaft nicht im Besitz von Wissen liegt, sondern im täglichen Ringen um Wahrheit und Substanz selbst.

Die Liebe zur Wahrheit, sofern Sie stärker brennen kann als die Liebe zu einem selbst, scheint seit jeher die beste Veredelungsmethodik zu sein...

Hier einige meiner "Post Mortem" Veredler auf dem Weg: 

 

"Fürchte den Regen nicht"

 

Man muß »die Lektion des Platzregens« verstehen.

Ein Mann, der unterwegs von plötzlichem Regen überrascht wird, rennt die Straße hinunter, um nicht naß unddurchtränkt zu werden. Wenn man es aber einmal als natürlich hinnimmt, im Regen naß zu werden, kann man mit unbewegtem Geist bis auf die Haut durchnäßt werden.

Diese Lektion gilt für alles!

 

"Jenseits des Standards..."

 

Eine gute Handschrift sollte eigentlich kontrolliert und exakt sein. Tatsächlich wirkt sie dann aber oft nur steif und minderwertig. Sie sollte jedoch etwas enthalten, was jenseits des Standards liegt. 

Das gilt für alles andere auch!

 

"Sei auf jede Situation vorbereitet"

 

Militärische Taktik und Strategie erzählen uns von fähigen und unfähigen Männern.

Erstere sind nicht nur weise durch Erfahrung, sondern auch bereit, jedes Problem im entscheidenden Augenblick auf bewundernswerte Art zu lösen, geleitet von ihrem früheren Studium verschiedenster Fälle. Das sind Männer, die auf jede Situation vorbereitet sind.

Dagegen beschäftigen sich die anderen nicht schon im voraus mit den Möglichkeiten. Wenn sie ein Problem lösen, ist das nichts als zufälliges Glück.

 

"Naoshige vertreibt die Geister"


Die heimlichen Liebhaber, die bei der dritten Zitadelle angetroffen worden sind, wurden für schuldig befunden und hingerichtet.

Ihre Geister erschienen Nacht für Nacht bei der Zitadelle und erschreckten die Dienstmädchen, die aus Furcht vor ihnen nachts in ihren Quartieren blieben.

Die Zitadelle wurde schon lange heimgesucht; darum ließ die Gemahlin des Fürsten, als sie davon
hörte, Exorzismus durchführen, eine Messe für die Toten
halten und andere Riten vollziehen, doch ohne Erfolg.

Fürst Naoshige wurde über die hartnäckigen Geister informiert und sagte laut:

»Gut, das zu wissen. Es war nicht genug, diese verachtenswerten Gestalten zu köpfen. Schön, daß ihre Seelen immer noch umherirren und zu Geistern im See des Leidens wurden, ohne Nirvana erreicht zu haben. Mögen ihre Seelen noch lange Geister bleiben!«

Seit dieser Nacht erschienen die Geister nie wieder.

 

"Stotternd und häßlich"

 

Zur Zeit des Angriffs auf die Tachibana-Armee wurde Öya Tarözaemon von Fürst Naoshige zum Militärbevollmächtigten ernannt.

Einen Tag vor dem üblichen Bogenschießen wurde er zur Yanagawa-Burg gesandt, um die Schlacht anzukündigen. Diejenigen, die dem Fürst nahe standen, leisteten ihm einstimmig Widerstand:

»Der ist häßlich und stottert. Der taugt einfach nicht für diese Arbeit.«

Der Fürst aber blieb hart und sagte:

»Diese Arbeit hat nichts mit dem Aussehen dieses Mannes zu tun oder mit der Art, wie er die Botschaft überbringt. Sein männlicher Charakter genügt. Ich kenne seinen Kampfgeist schon lange.«

So begab sich Tarözaemon zum Tachibana-Lager und verkündete stotternd:

»W-w-wie b-befohlen, w-w-werden w-w-wir euch m-m-morgen angreifen. W-w-wenn ihr euch ergeben w-w-wollt, informiert b-b-bitte die b-bei-den Inspektoren so früh wie m-möglich.«

Bevor die Tachibana-Seite antworten konnte, wurden deren Samurai vernommen, wie sie hinter einer Papiertür lästerten:

»Welch eine weichherzige Nachricht! Denken die wirklich, unter solchen Umständen würden die Tachibana-Samurai sich ergeben ?

Der Gesandte sieht so abstoßend aus und kann nicht mal die Botschaft angemessen überbringen. 

Bestimmt hat der Nabeshima-Clan überhaupt keine brauchbaren Samurai.«

Nachdem er das klare »Nein« als Antwort auf sein Angebot vernommen hatte und sich anschickte, die Burg zu verlassen, sagte Tarozaemon in seiner lauten, klangvollen Stimme:

»Ich habe genau gehört, wie ihr über mich gelästert habt. In der Tat, das ist ein schwacher Stoß des Nabeshima-Speers.

Morgen werde ich die Ehre haben, euch alle auf dem Schlachtfeld zu treffen und davon zu überzeugen, daß ich mich von dem unterscheide, was ihr über mich in der Sicherheit der Burg gesagt habt. Ihr habt zwar recht, daß ich häßlich bin und kaum geeignet als Gesandter, der Nachrichten überbringt.

Ihr glaubt, daß ein gutaussehender und beredter Samurai nützlich ist. Wartet, bis ich euch morgen meinen Kampfgeist zeige. Bitte trefft diesen häßlichen Mann morgen wieder.

Oder kommt näher, wenn ihr mich schon jetzt kämpfen sehen wollt. Ich wäre glücklich, wenn ich euch ein, zwei Schläge zeigen könnte.«

Nach einer Weile kehrte er in sein Lager zurück.

 

"Wie man Männer von Talent findet"

 

Fürst Katsushige reichte seinem Sohn Mitsushige noch vor der Übergabe der Herrschaft ein Dokument, das Fürst Naoshiges Worte zu zwanzig Themen enthielt. Ich verweise auf eine Unterhaltung, die am 26. Mai zwischen Fürst Naoshige auf seinem Totenbett und seinem Sohn, Fürst Katsushige, stattfand:

»Am wichtigsten beim Regieren eines Clans ist es, Männer von herausragendem Talent zu finden«,

sagte Fürst Naoshige.

Darauf fragte Fürst Katsushige:

»Sollte man Buddha und den Göttern gegenüber einen Eid ablegen, um gute Gefolgsleute zu bekommen ?« 

»Nein«, antwortete sein Vater,

»im allgemeinen beten Menschen zu Buddha und den Göttern um etwas, das sie nicht aus eigener Kraft erlangen können; gute Männer zu finden steht aber in des Menschen Kraft.«

Als er noch einmal gefragt wurde, wie man das schaffen könne, sagte er:

»Die Dinge haben die Eigenschaft, sich um einen Mann zu versammeln, der sie mag.

Wenn zum Beispiel ein Mann, der nie eine Pflanze besaß, zu einem Blumenliebhaber wird, wird er sich nach einer Weile von vielen Blumenarten umgeben finden, manchmal sogar von einer oder zwei seltenen Sorten.

Ebenso kann ein Mann, der talentierte Männer mag, sie für sich gewinnen - indem er sie liebt und sich um sie sorgt.«

Von Fürst Naoshige ist auch überliefert:

»Nichts, was nicht aus Aufrichtigkeit entsteht, kann wirklich nützlich sein.«

Des weiteren verwies er auf verschiedene andere Dinge.

 

"Samurai aus Kyushu mangelt es an dem einen《Geist》"

 

Eines Tages saß der junge Fürst Katsushige mit anderen Fürsten aus verschiedenen Bezirken an einem Ort beisammen, an den ich mich nicht erinnern kann.

Einer von ihnen meinte: »Die Leute sagen, den Samurai aus Kyushu ermangele es an dem einen Geist.« Niemand bemerkte, daß Fürst Katsushige aus Kyushu stammte. Ein anderer Fürst fragte: »Was bedeutet das?« Woraufhin Fürst Katsushige barschverkündete: »Hier ist jemand aus Kyushu. Ich bin mir dessen wohl bewußt, daß es den Samurai aus Kyushu, wie ihr sagt, an einem Geist mangelt.« Jeder war betroffen von seinen Worten. Schließlich sagte jemand: »Nimm unsere Entschuldigung an. Sicher stammst du aus Kyushu. Wessen aber bist du dir noch gleich bewußt?« Fürst Katsushige antwortete: »Der uns fehlende eine Geist, um das klarzumachen, heißt Feigheit.«

 

"Die vier Arten von Gefolgsleuten"

 

»Es gibt vier Arten von Gefolgsleuten: die langsam-schnellen, schnell-langsamen, schnell-schnellen und langsam-langsamen«, sagte Fürst Katsushige oft. »Die schnell-schnellen können Anweisungen jederzeit richtig zur Zufriedenheit ihrer Herren ausführen. Dieser beste Typ von Gefolgsmann wird nur selten angetroffen. Fukuchi Kichizaemon kommt diesem Idealtyp nahe. Der langsam-schnelle kann Dinge flink erledigen, auch wenn er nicht gleich die Anweisungen versteht. Männer wie Nakano Kazuma sind von dieser Sorte. Die schnell-langsamen, die schnell die Instruktionen auffassen, brauchen zu lange, um sie auszuführen. Alle anderen sind vom langsam-langsamen Typ.«

 

"Halte dich nie für verehrungswürdig"

 

Als Fürst Tsunashige mit seinem Vater Katsushige zum ersten Mal von Edo zum Saga-Clan reiste, reihten sich Dorfbewohner zu beiden Seiten der Straße auf, um dem jungen Prinzen bei seinem ersten Clan-Besuch Respekt zu bezeugen. Sie verbeugten sich mit zum Gebet gefalteten Händen vor ihm.

Später sagte Fürst Tsunashige zu seinem Vater: »Sie verneigten sich vor mir im Gebet, als ich vorüberzog.«

Sein Vater belehrte ihn streng: »Das mußt du ernsthaft überdenken. Halte dich nie für heilig und für würdig, durch andere Menschen verehrt zu werden.«

 

"Übersieh entwürdigende Taten"


Fürst Naoshige schoß auf einer Jagd bei Shiraishi
einen wilden Bären. Sein Gefolge rannte unter Worten der
Bewunderung für die ungewöhnlich große Trophäe zu
dem Wild, als der Bär plötzlich aufstand und weglaufen
wollte.

Während die Zuschauer sich verwirrt zerstreuten,
zog Nabeshima Matabei sein Schwert und tötete das Tier
sofort.

Fürst Katsushige bedeckte derweil sein Gesicht mit
dem Ärmel seines Jagdanzugs und sagte: »In meine
Augen kommt Staub!« Er war aufmerksam genug, sich
nicht den entwürdigenden Anblick der beunruhigten
Männer anzuschauen.

 

"Diese Zeiten tragen keine Schuld"


Okubo Doko bemerkte einst:

»Die Menschen sagen, diese korrupte Zeit könne keine Meisterhand hervorbringen. Ich stimme nicht zu, denn dieser Tage sind ausnahmslos edlere und schönere Päonien, Azaleen, Kamelien und ähnliches gezüchtet worden.

Das scheint zu belegen, daß die Schönheit der Dinge von der liebevollen Aufmerksamkeit der Menschen abhängt. Wenn also meisterliche Leistungen hochgeschätzt werden, müssen auch in diesen Tagen Meister auftauchen.

Es ist traurig, daß die Menschen dieses Zeitalter als degeneriert betrachten und sich nicht bemühen.

Die Zeit ist nicht schuld, sondern der Mangel an
stetiger Übung.«

 

"Kein Ende der lebenslangen Übung"

 

Ein bekannter Schwertkämpfer legte im Alter seine Sichtweise folgendermassen dar:

Lebenslange Übung hat ihre verschiedenen Stufen.

Die Untalentierten werden nirgendwohin gelangen, welcher Übung auch immer sie ihren Geist unterziehen, ihr Können erscheint sowohl anderen als auch ihnen selbst als armselig. Ihre Fähigkeit hat überhaupt keinen Nutzen.

Auf der nächsten Stufe stehen die wenig talentierten, die - nicht recht zu gebrauchen - mit ihren unprofessionellen Leistungen unzufrieden sind und auch die ungeschickten Seiten bei anderen sehen; während die Talentierten, deren Fähigkeiten nutzbar sind, jede Unze der Kunst zu ihrer eigenen machen können, stolz auf ihr Können und verärgert über die unvollständigen Fähigkeiten anderer.

Die über den Talentierten Stehenden täuschen Ignoranz vor, dennoch können andere ihre wahren Fähigkeiten erlangen. So weit kann ein Mann normalerweise beim Ausüben irgendeiner Kunst gelangen.

Weit jenseits dieser Stufe liegt die höchste Ebene, auf der man die aller letzte Sphäre einer Kunst erklimmt. einmal tief darin, erkennt man im immerwährenden Wissen des eigenen, niemals vollendeten Könnens, dass für das Ausüben einer Kunst kein Ende existiert. 

So lebt der Meister sein Leben, sich seiner Unvollkommenheit bewusst, niemals mit seinen Fähigkeiten zufrieden, selbst an seinem aller letzten Tag nicht, weder eingebildet noch herablassend.

 

"Halte dich nicht für etabliert"

 

Ein Mann, der denkt, er sei schon etabliert, ist unklug; ein Mann, der mit festgefahrenen Ansichten zufrieden ist, die er durch erhebliche Anstrengung gewann, ist bereits in eine Falle getreten. Beide Männer sollten vielmehr zuerst danach streben, die grundlegende Einstellung gegenüber Fertigkeiten zu erlangen und lebenslange Bemühungen auf das letzte Ziel zu unternehmen.

Ohne einen Augenblick der Selbstzufriedenheit mit dem bißchen, was man herausgefunden hat, sollte man seine erreichten Ergebnisse immer noch für unbefriedigend und nicht gut genug halten und den rechten Weg zur Meisterschaft das ganze Leben lang erforschen. Die Wahrheit liegt nirgendwo sonst als auf diesem Weg des Bemühens selbst.

 

"Wenn man eine stupide Arbeit bekommt"

 

Yamamoto Tsunetomo genoß als Jugendlicher eines Abends in der Burg einen Schlummertrunk, als Ikuno Ayabe zu ihm sagte:

»Ich wurde von Nakano Shogen gebeten, mit dir über die grundlegende Haltung beim Gefolgsdienst zu reden, und tue das nun als Freund.

Ich weiß nichts Besonderes, außer, daß jeder seinen Dienst gut verrichten kann, wenn alles gut läuft, dieselbe Person aber ihren Mut verliert, wenn sie niedere Schindereien verrichten muß. Das ist keine gute Einstellung; das ist gänzlich abzulehnen.

Ein Mann in einer angenehmen Position sollte, wenn man ihn Wasser holen und Reis kochen läßt, noch härter als befohlen arbeiten, ohne darüber zu grübeln.

Da du noch jung und großspurig bist, gib darauf besonders acht.»

 

"Sei vorsichtig mit Vorhaltungen gegenüber anderen"

 

Anderen Vorwürfe zu machen, um ihre Verfehlungen zu korrigieren, ist als Ausdruck von großer Gnade und Mitleid einer der wichtigsten Dienste, die von einem Gefolgsmann erwartet werden.

Das erfordert ein extremes Maß an Taktgefühl.

Es ist einfach, das Gute und Böse in einem anderen herauszufinden; gleichermaßen ist es einfach, ihn für seine Verfehlungen zu kritisieren.

Viele Menschen halten es für angebracht, anderen offen Ratschläge zu erteilen über etwas, was nicht bereitwillig akzeptiert wird und als Thema schwer anzuschneiden ist, und geben auf, wenn die Ratschläge nicht angenommen werden. Das nutzt niemandem, weil andere so nur der Scham und dem Gesichtsverlust ausgesetzt werden.

Solche Ratschläge beruhigen lediglich den Geist des Ratgebers.

Wahres Belehren liegt darin, den anderen die Ermahnung ganz natürlich schlucken zu lassen, wie Wasser in einer durstigen Kehle, wie eine Kur für die Verfehlungen des anderen, nachdem man ihn durch Loben seiner Stärken aufgebaut hat.

Belehren ist eine schwierige Aufgabe.

Ich weiß aus eigener Erfahrung, daß Fehler, die normalerweise langlebig sind, nicht auf üblichem Wege wettgemacht werden können.

Wahre, große Gnade und Mitleid offenbaren sich, wenn sich Gefolgsleute eines Clans untereinander in Brüderschaft zusammentun, des anderen Schwachpunkte korrigieren und sich anstrengen, ihrem Fürsten als ein Mann zu dienen.

Wie kann jemand dieses letztgültige Ziel erreichen, wenn er andere bloß der Scham aussetzt ?

 

"Gute Laune kehrt zurück"

 

Ein gewisser Samurai, der adoptiert worden war, konnte nicht die Zuneigung seines Adoptivvaters gewinnen.

Der Vater, nach Jahren voller Krankheit aufs äußerste gereizt, schlug den Sohn häufig, bis dieser es nicht mehr aushielt und das Haus verlassen wollte.

Da kam seine Adoptivmutter bei mir vorbei und klagte weinend: »All das ist so ärgerlich. Bitte ermahnt den Vater, ungeachtet der eigenen Krankheit geduldiger mit dem Sohn zu sein.«

Als ich ihr Ansinnen zuerst ablehnte, weinte sie noch mehr und bat mich noch inständiger um meine Hilfe, so daß ich schließlich einwilligte und sagte: 

»Statt den kranken Vater zu ermahnen, müssen wir den umgekehrten Weg gehen. Schickt den Sohn zu mir.« So verließ sie mich, ohne von meiner Idee überzeugt zu sein.

Als der Sohn kam, erzählte ich ihm:

»Zuerst mußt du erinnern, daß es ein außerordentliches Glück darstellt, auf der Erde als Mensch geboren zu sein.

Weiterhin hat sich dein langgehegter Wunsch erfüllt, Gefolgsmann dieses großen Lehnswesens zu werden, und nicht Bauer oder Händler.

Man muß den Sternen danken, das Erbe des väterlichen Clans antreten zu dürfen. Du bist sogar als jüngster Sohn zur Welt gekommen und der Herr über eine andere Familie.

Wenn du alles aufgäbest und ein Laien-Samurai ohne Clan würdest, wärest du deinem Fürsten gegenüber untreu.

Wenn dich dein Adoptivvater wegen deines Benehmens ablehnen muß, bist du wirklich respektlos ihm
gegenüber.

Wer seinem Fürsten und seiner Familie den Rücken zukehrt, findet in dieser weiten Welt
keinen Platz mehr zum Leben.

Geh nach Hause und denke darüber nach. Loyalität und Sohnespflicht bringen dir die Liebe deines Vaters. Hilf ihm, seine gute Laune wiederzufinden. Bete vom Grunde
deines Herzens zu deinem Schutzpatron: >Mögen mein Aussehen und alle anderen Dinge ihm gefallen!< Das geschieht nicht um deinetwillen, sondern aus Loyalität und Sohnespflicht.

So werden deine inständigen Wünsche sich ins Bewußtsein deines Vaters übertragen. Kehre heim, und du wirst deinen Vater bei Laune finden. Dies ist der mystische Weg jener Dinge, die Himmel, Erde und Menschen übersteigen.

Weil dein Vater all die Zeit krank war, könnte sein Ende nahe sein. Deine Sohnespflicht kannst du ihm dann nicht mehr lange erweisen; sie sollte dir daher leicht fallen, selbst wenn du dafür auf Händen gehen müßtest.«

Der junge Mann war zu Tränen gerührt. 

»Deine Lektion ist auf den Grund meines Bewußtseins vorgedrungen«, sprach er und ging heim.

Später hörte ich, daß sein Adoptivvater nach einem kurzen Blick auf ihn äußerte: »Dank einer Ermahnung an dich hat sich dein Verhalten verbessert.« So kehrte
seine gute Stimmung zurück.

 

"Ein »Reue-Tagebuch«"

 

In jungen Jahren führte ich ein »Reue-Tagebuch«, um meine täglichen Schnitzer zu notieren. Es verging nicht ein Tag, an dem ich nicht zwanzig, dreißig Fehler aufschrieb. Angesichts dieser unabwendbaren Fehlerliste gab ich schließlich das Tagebuch auf.

Selbst jetzt, wenn ich im Bett darüber nachsinne, was
ich den Tag über gemacht habe, sind da zumindest ein
paar Fehler, die mir in "Wort oder Tat unterliefen.

Was für ein unvollkommener Mann ich bin!

Ein Mann, der von seiner Klugheit zu sehr eingenommen ist, kann nicht auf diese Art reflektieren.

 

"Zögere nicht, Fehler zu korrigieren"

 

Konfuzius sagte:

»Wenn du einen Fehler machst, zögere nicht, ihn zu korrigieren.«

Wenn du das sofort tust, werden die Folgen des Fehlers erheblich vermindert. Zu versuchen, den Fehler zu verbergen, bringt nur Leiden.

Wenn du zum Beispiel bemerkst, daß du etwas gesagt hast, was du besser für dich behalten hättest, solltest du es unverzüglich zugeben. In diesem Fall bleibt das, was du sagtest, nicht bestehen. Wenn dich dann immer noch jemand kritisiert, kannst du entgegnen: »Ich habe einen Fehler gemacht und ihn zugegeben. Wenn du denkst, das sei nicht genug, kann ich daran nichts ändern. Ich habe das, was ich äußerte, nicht im Hinblick auf dich gesagt, darum wäre ich dankbar, wenn du so tun könntest, als hätte ich gar nichts gesagt. Wir können es eben alle nicht vermeiden, gelegentlich etwas über andere zu sagen, nicht wahr ?«

Unter keinen Umständen solltest du je ein Geheimnis oder Gerüchte über andere Menschen weitergeben. Wenn du mit einer Gruppe von Menschen zusammen bist, solltest du sorgfältig jedes Wort bedenken, das du äußerst.

 

"Leidenschaftliche Hingabe in jedem Moment"

 

Es gibt nichts Wichtigeres als die leidenschaftliche Hingabe in einem gegebenen Augenblick.

Das Leben besteht aus dieser Glut, die immer wiederholt wird. Der Geist eines Mannes, der zu dieser Wahrheit erwacht ist, wird weder von irgendwelchen drückenden Belastungen noch von Wünschen besetzt. Er muß sein Leben nur auf leidenschaftliche Hingabe ausrichten. Dennoch ist niemand in der Lage, diese Wahrheit zu verwirklichen; niemand hört auf, nach anderen wichtig aussehenden Dingen des Lebens zu suchen. Es dauert viele Jahre, die leidenschaftliche Hingabe immer mit sich zu tragen und schließlich von der Verblendung befreit zu werden. Einmal erwacht, muß man nicht immer bewußt in konzentrierter Anstrengung leben. Die leidenschaftliche Hingabe in jedem Augenblick kann, wenn gründlich verwirklicht, einen Mann klar über der täglichen Verwirrung durch kleine Dinge stehen lassen. Loyalität ist in dieser leidenschaftlichen Hingabe enthalten.

 

"Bewege Himmel und Erde"

 

Nichts ist in dieser Welt unmöglich.

Fester Entschluß kann Himmel und Erde bewegen, sagt man. Dinge scheinen weit jenseits der Macht eines Menschen zu liegen, weil er sein Herz aus Mangel an starkem Willen nicht auf ein schwieriges Projekt richten kann. Es hängt ganz von der geistigen Einstellung ab, »sogar Himmel und Erde zu bewegen, ohne die eigene Stärke anzuwenden«.

 

"Übertreffe andere, indem du auf ihre Ratschläge hörst"

 

Der beste Weg, andere zu übertreffen, ist der, von anderen aufrichtig die eigenen Angelegenheiten kritisieren zu lassen und sie um Rat zu fragen. Für die meisten Menschen zählen nur ihre eigenen Meinungen. So kann man andere aber nicht übertreffen. Dazu muß man andere um Rat fragen.

Ein Samurai, der viel besser als ich schreibt, zeigte einmal einem anderen ein offizielles Dokument, das er an einen anderen geschrieben hatte, um von ihm einen Rat zu erhalten. Die Tatsache, daß er einen anderen Mann bat, das Schreiben durchzusehen und zu korrigieren, zeigt, daß er bereits über dem anderen stand.

 

"Lerne durch Beobachten des Beispiels anderer"

 

Dies erzählte mir Ishida Ittei:

»Wenn jemand eine gute Vorlage in der Kalligraphie wählt und hart daran arbeitet, sie zu imitieren, wird seine Hand am Anfang noch unsicher sein, dann aber erfreuliche Fortschritte machen.

Der Gefolgsmann mag sich ebenso an einem herausragenden Krieger orientieren. Obschon vorbildliche Gefolgsleute, die andere in allem überragen, heutzutage sehr schwer zu finden sind, kann jemand verschiedene Männer auswählen, von denen jeder den anderen in einer anderen Tugend übertrifft, wie etwa Anstand, Tapferkeit, die Art zu sprechen, gutes Benehmen, Treue und schnelle Entschlußfähigkeit, denen man hart nacheifern kann.

Schüler aller Richtungen neigen dazu, die unfertigen Seiten ihrer Lehrer zu imitieren, statt deren Stärken nachzuahmen. Das führt zu keinen fruchtbaren Ergebnissen.

Dies gilt auch für einen Gefolgsmann, der sich als Lehrer einen Mann aussucht, der gute Manieren hat, aber unloyal ist, und dann die untreue Seite von dessen Charakter imitiert statt seiner guten Manieren.

Finde die starken Seiten anderer Menschen heraus und folge ihnen. So kann jeder, egal was er ist, zu einem guten Beispiel und Lehrer werden.«

 

"Die Entscheidung treffen"

 

Ittei sagte: »Du hältst dich selbst unnötigerweise für wertlos, wenn du einen wirklich vollendeten Mann ansiehst und dabei denkst, daß du nicht so gut sein kannst. Ein wahrhaft vollendeter Mann ist ein menschliches Wesen; das gleiche gilt für dich. In dem Moment, in dem du dich entscheidest, ihm nicht unterlegen zu sein, und neue Taten in Angriff nimmst, hast du die Essenz dieser Angelegenheit bereits begriffen. Sich im Alter von fünfzehn Jahren entschlossen zu haben, ein vollkommener Gelehrter zu werden, war das ganze Geheimnis jenes großen Mannes. Er wurde.zu jenem großen Mann, weil er die Entscheidung dafür getroffen und dann hart dafür gearbeitet hatte.«

Ittei sagte auch:

»In dem Augenblick, in dem du dich entscheidest, erleuchtet zu werden, bist du es bereits.«

 

Ende 2023 kam die Entscheidung den Schritt in die Selbstständigkeit zu nehmen– nicht als Unternehmer, sondern als Hüter von emotionalen Werten & mit Schöpfer von durch Geistesfunken beseelten feinmechanischen Präzisionsmess- Golem, die mehr sind als Zeitmesser höchster Qualität. 

Eine Manifestation der Lebensenergie & Sichtweise seines Auftraggebers, eine Momentaufnahme seines Odem!

Lebensfunke der Post Mortem seines Schöpfers noch bestehen bleibt, seine Lebensweisheit zu teilen imstande ist & somit Kraft für die weiteren Herausforderungen der Nachkommen zu spenden vermag!

Das Navigieren ist genährt von wahrheitsliebenden Funken der Menschheitsfamilie, besonders den fernöstlichen Prinzipien:


Dem Hagakure,

das das Herz eines Menschen zur Erkenntnis von objektiven Wahrheiten stärkt.


Dem Bushido,

das zur Würde und Haltung selbst in widrigsten Umständen animiert & den Beweis für die Geistesverwandschaft der Menschheitsfamilie erbringt.


Und den Konzepten von Hansei und Kodawari –

kritische Selbstreflexion und das unnachgiebige Streben nach Qualität ohne Kompromiss.

 

Die Arbeit ist kein Statement – sie ist eine Haltung.
Nicht laut, aber beständig.
Noch nicht absolut "perfekt", aber einsichtig & aufrichtig bestrebt auf dem Wege dorthin!


Für Zeitgenossen, die in einer schnelllebigen Welt das Wahre noch zu schätzen wissen, deshalb erfolgreich werden & sich entscheiden durch eine Manifestation ihres Geschmacks in Form eines feinmechanischen Präzisionsmessinstuments ihren Nachkommen "Post Mortem" über Generationen als Motivator beizustehen.

Die Perfektion von heute ist die alte Schule von morgen!

Veredeln wir im innern & schaffen es obendrein dies weiterzutragen, ist das zumindest schonmal ein motivierend stabiles Fundament, oder?